| Vorbereitung |
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Eine so lange Radtour wie wir sie vorhaben braucht einen enormen
Planungsaufwand. Vor allem, wenn man nicht nur auf der Strasse, sondern
auch mal auf Schotterpisten unterwegs sein will.
Das heißt aber auch, dass wir nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt haben. Am Tag erreichen wir trotzdem Temperaturen über 30 Grad, was eine besondere Anforderung an die Klamottenwahl stellt. Um uns gegen die intensive Sonneneinstrahlung zu schützen, kauften wir uns lange dünne Bauwollklamotten in denen wir auch Rad fahren können. Als die Route endlich feststand, konnten wir anfangen, genaue Informationen über die Strecken zu sammeln, um so wenig wie möglich dem Zufall zu überlassen. Besonders in der Wüste ist es enorm wichtig, die Strecke zu kennen um zu wissen, wann es wo Wasser gibt. Auf unserer Route fahren wir z.B. zwischen Leonora und dem Uluru 500km, auf denen es keine Versorgung gibt, auch kein Wasser. Hier überlegten wir uns nun, wie viele Tage wir für die Strecke und wie viel Wasser wir pro Person und Tag brauchen würden. Nachdem wir uns ausgerechnet hatten, dass jeder von uns mindestens 50L Wasser auf seinem Rad transportieren müsste, ging es an die Planung der Ausrüstung. Wie sollten wir so viel Wasser auf den Rädern transportieren?. Wasserkanister wären eine gute Möglichkeit, viel Wasser unter zu bringen. Wenn die Kanister jedoch nicht mehr ganz voll sind, kann das Wasser darin hin und her schwappen. Diese Wasserbewegungen können mitunter so heftig sein, dass sie einen glatt mal vom Rad hauen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Kanister immer gleich viel Platz weg nehmen, auch wenn kaum Wasser darin ist.
Wir entschieden uns für Wassersäcke. Diese sind zwar etwas
komplizierter in der Handhabung und man muss sie in den Taschen
transportieren, aber dafür sind sie ohne Wasser sehr klein und lassen
sich gut verstauen. Zum Glück sinkt das Gewicht proportional zu den Tagen, die wir auf dieser Strecke unterwegs sind. Da in den Taschen kein Platz mehr für Essen war, entschieden wir uns, zusätzlich noch Bob mitzunehmen. Ein Bob ist ein kleiner Einspuranhänger, den man mit bis zu 32kg Gewicht bepacken kann. Er lässt sich einfach an der Hinterradachse befestigen und ist so eine gute Möglichkeit, zusätzlich Platz zu schaffen. Nun brauchten wir noch einen passenden Flug, weshalb wir alle Reisebüros in Wiesbaden ab klapperten. Die Flüge, die wir dort angeboten bekamen, waren aber alle sehr teuer und bei vielen reichte das zugelassene Gewicht des Freigepäcks bei weitem nicht aus, um unsere Räder mitzunehmen. Nach einem sehr langen Tag, entschieden wir uns also, einen Flug im Internet zu suchen. Wir fanden einen Flug von Frankfurt nach Sydney, der ein paar 100 Euro unter den Angeboten der Reisebüros lag und auf dem wir die Räder gegen einen geringen Aufpreis mitnehmen konnten.
Um sein Rad mit nach Australien nehmen zu dürfen, muss man es, neben
dem aufwendigen einpacken in einen Karton, außerdem sehr gut putzen, da
die Australier sich vor Seuchen schützen wollen. Zur Vorbereitung unserer eigenen Sicherheit, haben wir neben dem Erste-Hilfe-Extrem-Kurs , natürlich auch eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Hierbei suchten wir speziell Versicherungen, die auch die Such- und Bergungskosten übernehmen. Um im Outback jedoch jemandem mitzuteilen, das wir überhaupt geborgen werden wollen, werden wir einen Notsender mitnehmen, der über Satellit einer Rettungsstation mitteilt, dass wir Hilfe brauchen. Die Rettungsmannschaft kann den Sender auch lokalisieren und unsere Position bestimmen. Um uns im Notfall erst mal selber vorsorgen zu können stellten wir uns jeder ein Este-Hilfe-Set zusammen, in dem sich alles befindet, was man für die erste und zweite Hilfe und auch für längere Zeiträume braucht. In diesem Zusammenhang informierten wir uns auch über die Schutzimpfungen. Für Australien gibt es zwar keine Vorschriften, gegen was man sich impfen muss, es ist jedoch ratsam, sich z.B. gegen Hepatitis A und B und Typhus zu impfen, besonders wenn man im Outback unterwegs ist. alls uns etwas gestohlen wird oder wir etwas verlieren, haben wir von allen wichtigen Dokumenten Kopien dabei und zusätzlich noch eine Kopie im Internet gelagert, so das wir sie uns in jedem Internetcafe ausdrucken können. Bei der weiteren Planung fanden wir z.B. heraus, dass in Australien absolute Helmpflicht herrscht und das man, um durch Aboriginal Gebiete zu fahren, so genannte Permits braucht. Davon hatten wir noch nichts gehört und suchten also im Internet, was es damit auf sich hatte. Wir stellten fest, dass es für Radfahrer schwierig werden würde, diese Genehmigungen zu bekommen. Denn normalerweise, werden sie nur an Autofahrer vergeben, die nur an bestimmten Autorasthöfen übernachten dürfen, wildes Campen ist absolut tabu. Da wir mit dem Rad natürlich wesentlich langsamer sind als ein Auto, sind die Entfernungen der Rasthöfe für uns mehrere Tagesetappen von einander entfernt, wodurch wir auf jeden Fall campen müssen. Also schrieben wir an verschiedene Offices und fahren nun erst mal ohne Permits los, da sich noch niemand zurück gemeldet hat. Daniel & Annika |

